Besuch bei den Nachbarn in Pilsen

Ahoi wo sind wir denn hier?

Das muss man glaube ich zuallererst klären, bevor man weiterschreibt. Die holprige aber wohl fachrichtige Übersetzung der Veranstaltung lautet: Treffen des Komitees der Republik. Wir befinden uns in Pilsen, folglich der Tschechischen Republik. Das Komitee ist ein in Deutschland unbekanntes Gremium, das sich aus dem Vorstand sowie Vertretern aller Gliederungen zusammensetzt und mehrmals im Jahr tagt um aktuelle Entscheidungen vorzubereiten oder zu treffen.  Immerhin 35 Piraten haben sich heute versammelt um die anstehenden (vor allem verwaltungstechnischen) Fragen zu klären.

Der Vorstand der CZ-Piraten sitzt des Sitzung vor

Der Vorstand der CZ-Piraten sitzt des Sitzung vor

Trotzdem ist dieses Mal alles ein bisschen anders und das ist den anwesenden anzumerken. Vor allem in persönlichen Gesprächen wird klar warum. Seit drei Wochen haben die Piraten  einen Senator in der würdigen zweiten Kammer. So zumindest die offizielle Version, die den Medien zu entnehmen ist. Wer weiter liest oder fragt bekommt den ganzen Kontext offeriert: Libor Michalek wird zwar als Pirat gebrandmarkt, ist das aber keinesfalls. Vielmehr richtig ist, dass er als unabhängiger Kandidat auf der Liste der Piratenpartei gewählt wurde. Als gemeinsamer Kandidat dreier Parteien.  Neben den Piraten standen Grüne und die katholische Partei Pate und teilen sich somit auch zu dritt die Wahlkampfkostenrückerstattung, was  den Piraten immerhin 20000 Euro im Jahr in die Kassen spült. Allen ist bewusst das nicht das frische Geld der entscheidende Unterscheid ist. Vielmehr ist seit drei Wochen klar, dass das Logo der Piratenpartei mehrheitsfähig geworden ist in der Tschechischen Republik. Das macht natürlich Lust auf mehr und diese Mehr kann es 2014 bei den „Nationalparlaments“ geben.

Außerdem und das sollte an dieser Stelle mehr als nur erwähnt werden: Libor Michalek hat seinen Wahlerfolg eindeutig der Tatsache zu verdanken, als Mitarbeiter des Agrarministeriums einen Bestechungsversuch widerstanden zu haben und diesen gewhistleblowed zu haben. Die Reaktion des Ministeriums bestand darin, den ehrlichen Beamten zu entlassen. Die Wähler in Prag haben diese Entlassung demokratisch annulliert.

Ich glaube das würden einige andere Bürger auf der ganzen Welt auch mal ganz gerne tun.

Übrigens sind die wichtigsten Beschlüsse des Komitee Meetings ein neuer Haushalt, der jetzt etwas üppiger ausfällt sowie die Restrukturierung der Programmentwicklung durch jeweilige Wahl eines Themenverantwortlichen, der dann auch wirklich verantwortlich ist, dass ein Programmpunkt fertig wird.